Desinfektorenschule Mainz – mehr als 40 Jahre Desinfektorenausbildung

1976 hat Walter Bodenschatz gemeinsam mit Volkmar Pelz † an der damaligen Chemieschule Fresenius in Wiesbaden die Desinfektorenausbildung für Hessen wiederbelebt und dann 13 Jahre dort durchgeführt. 1989 wurde die Desinfektorenschule Mainz (DSM) als Privatschule gegründet, die diverse Desinfektionslehrgänge (Ausbildung zum Desinfektor, Wiederholungslehrgänge, Fortbildungslehrgänge für Desinfektoren, Sachkundelehrgänge für die Raumdesinfektion, Desinfektionslehrgängen für Pflegepersonal, Gebäudereinigungspersonal, Rettungsdienstpersonal, Bestatter u.a.m.) zunächst in Mainz, dann am neuen Standort in Bad Kreuznach und später auch in Dresden und Düsseldorf anbot und dies bis heute tut.

Walter Bodenschatz, von Hause aus Dipl.-Ing. für Umwelt- und Hygienetechnik, aber natürlich auch „Geprüfter Desinfektor“, ist seit mehr als 30 Jahren Koordinator des „Arbeitskreises zur Harmonisierung der Desinfektorenausbildung“ und bemüht sich mit vielen Gleichgesinnten um das Berufsbild „Desinfektor“ und die ländereinheitliche Gestaltung der Ausbildungspläne. Bis zu dessen Auflösung Schiedsmann im Bundesverband für Desinfektoren ist Bodenschatz auch heute noch Mitglied in verschiedenen Desinfektorenlandesverbänden.

Fachschule für Hygienetechnik

Sterilisation: 1992/93 wurde auf Initiative von Klaus Böer/Gelsenkirchen – der langjährige Erfahrung mit „Steritreffs“ gesammelt hatte – ein Lehrgangscurriculum für Sterilisationspersonal entwickelt und im Januar/Februar 1994 ein erster 3-wöchiger Sachkundelehrgang durchgeführt. Dies war die Geburtsstunde der Fachschule für Hygienetechnik (FHT). 

Zeitgleich begannen andere Institutionen mit solchen Lehrgängen in Hannover, Heidelberg und Potsdam und 1996 entstand die DGSV (Dt. Gesellschaft für Sterilgutversorgung e.V.), deren Gründungsmitglied Walter Bodenschatz ist. 

Die DGSV erarbeitete ein einheitliches Curriculum, nach dem inzwischen mehr als 60 Ausbildungsstätten in Deutschland und der Schweiz arbeiten. Die DGSV erkennt die Bildungsmassnahmen von Trägern an, die nach den strengen Regularien der DGSV arbeiten.

Die FHT gehört von Anfang an dazu und bietet die ganze Palette der DGSV-akkreditierten Lehrgänge an, wie Fachkunde I, II und III sowie Sachkenntnislehrgänge für medizinisches Assistenzpersonal in Arztpraxen für die Instrumentenaufbereitung oder auch Sachkenntnislehrgänge für die Instrumentenaufbereitung bei Tätowierern und Piercern.

Mehr als 6000 Lehrgangsteilnehmer konnte die FHT an ihren zahlreichen Standorten in Deutschland bisher in Lehrgängen zur Sterilgutaufbereitung begrüßen.

Als einzige Ausbildungsstätte in Deutschland bietet die FHT seit 2005 einen Fernlehrgang an, der auf die Teilnahme an den obengenannten Präsenzlehrgängen vorbereitet.

Die Palette der FHT-Lehrgänge umfasst grundsätzlich alle Bereiche der Instrumentenaufbereitung. Natürlich sind auch Sachkundelehrgänge zur Gassterilisation mit Ethylenoxid oder Formaldehyd im Angebot.

Schädlingsbekämpfung

Mit einer Novelle zur Gefahrstoffverordnung wurde ab 1994 eine spezielle Sachkunde für die gewerbliche Anwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln gefordert. Just zu diesem Zeitpunkt erhielt die FHT die staatliche Zulassung für einen Schädlingsbekämpfer-Fernlehrgang, der bis heute der einzige seiner Art in Deutschland ist.

Die für die gewerbliche Schädlingsbekämpfung notwendige Ausbildung wird durch die FHT in allen denkbaren Varianten durchgeführt, nämlich als Präsenzlehrgang in Bad Kreuznach, als Fernlehrgang und als Kombination zwischen beiden. In diese Lehrgänge eingebunden – aber natürlich auch einzeln buchbar – sind zahlreiche kurze Fortbildungslehrgänge für Schädlingsbekämpfer wie z.B.

  • die Sachkunde für das Bekämpfen von Wirbeltieren
  • die Sachkunde für das Anwenden von Pflanzenschutzmitteln
  • die Sachkunde für das Inverkehrbringen von Schädlingsbekämpfungsmitteln u.v.a.

Alle diese Lehrgänge enden mit Prüfungen vor unterschiedlichen Behörden, mit denen ein enger Kontakt gepflegt wird. 

Weiterbildung „Hygienetechniker/in“

Die vierwöchige Weiterbildung für Desinfektoren, Sterilisationsassistenten und ähnlich qualifiziertes Personal bietet einen Überblick über viele Bereiche der Technischen Hygiene mit Schwerpunkten bei den Themen

  • Medizinprodukteaufbereitung
  • Versorgung, Beschaffung, Lagerung, Entsorgung
  • Wasserversorgung
  • Versorgung mit Dampf
  • Heizung, Lüftung, Klimatechnik
  • Gasversorgung
  • Abwasserbeseitigung
  • Abfallbeseitigung
  • Lebensmittelhygiene
  • Warentransport
  • Schädlingskunde
  • Gebäudereinigung
  • Dekontaminations-, Desinfektions-, Sterilisationsgeräte
  • Infektionskontrolle
  • Hygienische Kontrollen
  • Messungen und Untersuchungen
  • Qualitätssicherung.

Seit 2000 wird diese Weiterbildung mit Erfolg angeboten. Bisher gibt es ca. 600 Absolventen und es hat sich bereits ein aus Absolventen bestehenden „Arbeitskreis der deutschsprachigen Hygienetechniker“ gebildet.

Ingenieurbüro für Umwelt- und Hygienetechnik / Sachverständigenbüro für Wasser-, Boden-, Luft- und Krankenhaushygienetechnik

Mit seinem Examen 1973 gehört Walter Bodenschatz zu den „Umweltingenieuren“ der ersten Stunde. Nach 18-jähriger Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst gründete er als Beratender Ingenieur 1989 ein Ingenieurbüro für Umwelt- und Hygienetechnik und war anfangs vor allem im Rahmen der Genehmigung von Industrieanlagen und in der Altlastensanierung tätig. 
Heute konzentriert sich die Tätigkeit auf Fragen der Wasser-, Boden-, Luft- und Krankenhaushygienetechnik, wofür eine Berufung als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger seit 1991 besteht.

Beispiele der Begutachtung:

  • Altlastensanierung/Historische Recherche
  • Legionellenproblematik
  • Eindringen von Perchlorethylen in Wohnräume
  • PCB-Belastung am Arbeitsplatz
  • Geruchsbelästigungen durch Kompostablagerung
  • Fungizidanwendung in Geschäftsräumen
  • Küchengerüche in Kabinen eines Kreuzfahrtschiffes
  • Schornsteingutachten
  • Geruchsbelästigung durch Teppichboden
  • Staubbelästigung durch Baustelle
  • Abgasbelästigung durch Gasheizung
  • Ursachen für Ungezieferbefall in Wohnhaus
  • Ursachen für Schimmelpilzbefall in Wohnhaus
  • Nutzungseinschränkung in einer feuchten Wohnung
  • Immissionen durch Räucheranlagen in Wohngebiet
  • Schadstoffbelastung in Wohnräumen
  • Eignung von Fußboden in Zahnarztpraxis
  • Geruchsbelästigung durch Fußboden mit Korkbelag
  • Beeinträchtigung Wohnnutzung durch Teppichkleber
  • Bewertung PCP-/Lindanbelastung in Aufenthaltsräumen
  • Biozide Wirkung von Dampfreinigungsgeräten.